Warum Tempel?

Im Chan, ist ein Tempel ein Ort, der die so genannten Drei Schätze, das heißt Buddha (chinesisch Fo), Dharma (die Lehre, chinesisch Fa) und Sangha (die Gemeinschaft, chinesisch Sing) vereinigt.

Dieser Ort kann, (ein wenig freier interpretiert) unabhängig von einem bestimmten Ort, überall sein wo du dich aufhältst und Buddha, Dharma und Sangha vorhanden sind.

Das heißt der Tempel ist überall wo du (Buddha) bist, wo du dich mit der Lehre beschäftigst (das kann auch Kung Fu sein) und wo du das mit anderen Leuten tun kannst. Also überall! Der Tempel ist da, wo du bist.

 

Der Chan ist weder Religion noch Philosophie, auch ist er nichts Spirituelles und nichts Ideelles oder Materielles. Chan ist die Dinge so zu sehen wie sie sind und wie die Dinge sind muss jeder selbst heraus finden. Die Shaolin Künste helfen seine Achtsamkeit zu schulen und sich selbst kennen und verstehen zu lernen. Kenne ich mich selbst, so verstehe ich auch andere und die Welt leichter und es fällt mir leichter alles so zu nehmen wie es ist.

Buddha zu sein, heißt nichts anders als die Dinge so zu sehen wie sie sind.

Nicht zuletzt hat unser Name den Ursprung im Weltberühmten Shaolin Tempel in China, dem Ursprung von Chan, Kung Fu und Qigong.

Geschichte

Der Shaolin Tempel in China
Shaolin Tempel außerhalb Chinas
Der Shaolin Tempel Steyr
Die 3 Generationslinien
Kurze Geschichte des Shaolin Kung Fu

Unser Logo

Das Logo des Shaolin Tempel Steyr zeigt das Dharma-Rad, welches mit seinen acht Speichen den Achtfachen Pfad, die vierte edle Wahrheit, darstellt. Die acht Kreise, gefüllt mit "Kung Fu", symbolisiert die Praxis als wesentlichen Bestandteil des Weges, der zur Freiheit im Augenblick, symbolisiert durch den leeren Kreis in der Mitte, führt.

Die Bedeutung des leeren Kreises wird im Weg des Hirten, dargestellt in den Ochsenbildern, veranschaulicht.

Ochsenbilder

Die Ochsenbilder - Der Weg im Chan

Diese Zehn Bilder stellen bildhaft den Weg im Chan/Zen (Buddhismus) dar. Sie entstanden Mitte des 11. Jahrhunderts in China.

Ein Hirte der auf der Suche nach seinem verlorenen Ochsen. Der Ochse versinnbildlicht dabei das eigene, tiefe und freie selbst, aber kann der Mensch sich selbst verlieren?


Der Hirte findet die Spur des Ochsen. Die Begegnung mit einem Meister oder Studium der Schriften führen oft zur ersten Spur.


Der Hirte findet den Ochsen. Das symbolisiert die Initialerfahrung die es meist bedarf, um die Zähmung des Bewusstseins und die Loslösung von Projektionen und Anhaftungen zu bewältigen. Das erste Erleuchtungserlebnis, wenn man es so nennen will.


Die schwierige und langwierige Zähmung des Ochsen. Es bedarf viel Geduld und Praxis, wie Zazen (Sitzmeditation) und Kung Fu um sich das einmal Erlebte eigen zu machen.


Der Hirte ist dem Ochsen schon nähergekommen. Er weidet ihn mit sorgfältiger Achtsamkeit. Noch steckt viel intellektuelles Wissen oder intuitives Fühlen in seinen Bemühungen.


Der Hirte reitet flötespielend und mit großer Freude den Ochsen. Es bedarf keiner Anstrengung mehr sein Bewusstsein klar zu halten, es ist nichts besonderes mehr, es ist wie Atmen.


Er hat den Ochsen vergessen. Er ist nun eins mit ihm. Er ist frei von allen Denk- und Gefühlsgewohnheiten. Frei von allen Mustern, Projektionen und Anhaftungen. Er ist wunschlos und braucht keine Übung mehr. Die Übung ist zum Alltag zum Moment geworden.


Die Freiheit von allem im Nichts. Den Leeren Kreis, der frei für den Moment, die Wirklichkeit und frei zur Gestaltung ist.


Der Kreis füllt sich mit der unmittelbaren Wirklichkeit, so wie sie ist, ohne Verblendungen durch Vorstellungen und Begehrlichkeiten des egozentrischen Ichs.


Der Hirten kehrt auf den Markt zurück und beschenkt die Menschen. Er lebt mit allen seinen Mitmenschen und wie alle seine Mitmenschen, aber seine Güte , die er ausstrahlt, rührt von seine Erleuchtung her.

4 Wahrheiten

Die vier edlen Wahrheiten

Die erste edle Wahrheit besagt, das Leben ist "dukkha"(Pali) , was normalerweise als Leiden übersetzt wird. Aber in Pali, der Sprache in der die ersten buddhistischen Schriften verfasst wurden, bezieht sich das Wort auf eine Achse die vom Rad getrennt ist. Das bedeutet im Buddhismus, dass man leidet, wenn das Leben aus dem Gleichgewicht ist. Man kann auch sagen, man leidet wenn man die Wirklichkeit mit seinen Idealvorstellungen Vergleicht.

Die zweite edle Wahrheit besagt, dass die Ursache des Leidens "tanha" ist - ein Wort das normalerweise mit Durst, Verlangen oder Begehren übersetzt wird. Das bedeutet einfach: Die Ursache des Leides ist unser Wunsch, dass die Dinge anders sein sollten, als sie sind, obwohl sie das doch gar nicht können.

Die dritte edle Wahrheit besagt, dass das Streben, die Wirklichkeit anders haben zu wollen, als sie ist, überwindbar ist.

Die vierte edle Wahrheit ist der Achtfache Pfad, der das Mittel zur Überwindung des Leides ist. Er ist eine Sammlung von Übungen und Verhaltensweisen, die es leichter machen im Einklang mit der Wirklichkeit zu leben. Und Wirklichkeit ist das, was jetzt gerade ist.

Der Achtfache Pfad

Weisheit:

1. Rechte Anschauung
Einsicht und Anerkennung der vier edlen Wahrheiten.

2. Rechtes Denken
Selbstlosigkeit, überwinden der Ich-Bezogenheit.

Sittlichkeit:

3. Rechtes Wort
Verzicht auf Lügen, unnützes Gerede, Verleumdung, Fluchen und Tratsch.

4. Rechtes Handeln
Verhalten im Sinne des Buddha. Taten die mich oder andere beschweren sind zu
vermeiden. Taten die Gutes bewirken zu tun.

5. Rechtes Leben
Keine Taten begehen, die anderen Lebewesen und der Umwelt schaden.

Meditation:

6. Rechtes Streben
Tägliche Meditation, Wachheit, Bewusstheit, vermeiden von Faulheit.

7. Rechte Achtsamkeit
Achtsamkeit auf Körper, Gefühl, Denken, Umwelt. Im Hier-und-Jetzt leben.

8. Rechte Sammlung
Fertigkeit den unruhigen und abschweifenden Geist zu kontrollieren.

"Recht" ist hier immer im Sinne von "vollkommen", "vollständig" zu verstehen.

Der achtfache Pfad ist nicht wie die Zehn Gebote der Bibel ein fixes und streng einzuhaltendes Regelsystem seine Teile bedürfen vielmehr einer Anpassung an jede gegebene Situation. Buddhas Weg ist der Weg der Mitte, der alle Extreme meidet.

Die vier edlen Wahrheiten mit dem Achtfachen Pfad bilden die Grundlage der buddhistischen Lehre.

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